
Abrollern 2011
Wir haben den ersten Schnee gesehen!
Abrollern der Vespa Oldtimer Freunde München 2011
Am 9. Oktober trafen wir uns um 11:00 Uhr am Café Hölzl in der Pilgersheimer Straße zum alljährlichen Abrollern. Als ich dort um kurz vor elf eintraf bot sich ein eher trauriges Bild. Es waren nur 4 Roller da! Na gut es war auch richtig kalt an diesem schönen Herbstvormittag. Es hatte nur 5°C! Als ich das Café betrat, waren die Club-Kameraden um einen gemütlichen Frühstückstisch versammelt. Ein paar Meter weiter stapelten sich die Motoradklamotten – Sie waren wirklich zu allem entschlossen! Sie wollten Rollerfahren. Das freute mich! Tom rief mich noch an: „Fahrt Ihr wirklich?“ Ich entgegnete ihm, dass wir auf jeden Fall fahren würden, war aber selbst noch nicht ganz überzeugt. Er wollte dann zur Mittagspause zu uns stoßen. Als dann noch Gerd aus dem Allgäu ankam, war alles klar. Wir mussten einfach fahren, einfach auch nur wegen ihm, weil er über 100km Anreise hat! Also los.
Alle zogen sich die vielen warmen Sachen an, die auf dem großen Haufen lagen und wirklich, alle sahen aus wie Michelin-Männchen. Wir fuhren kurz nach elf in Giesing los – Robin und Robert im Auto hinter den sechs Rollern her. Der bayrische Petrus meinte es wirklich gut mit uns, es hatte zwar nur zwischen vier und sieben Grad, aber es regnete nicht. Das war schon mal was. Die Sonne ließ sich auch einige Male blicken.
Wir führen über Grünwald und Straßlach nach Großdingharting aus der Stadt heraus. Hier konnten wir endlich die Hauptstraßen verlassen und uns den kleinen Verbindungswegen der Weiler widmen. Auf den Kuppen gab es eine beeindruckende Fernsicht ins Gebirge – sofern die Wolkentürme des heran nahenden Tiefdruckgebiets dies zuließen. Weiter ging es nach Eulenschwang, Sonnenham, Attenham und nach Tanning. Über Harmating und Mannhartshofen bogen wir ab Richtung Miesbach. Ich hielt kurz an einer Kapelle an um die Jungs und die Andrea zu fragen, ob ihnen auch nicht kalt war – sie verneinten das wie aus einem Mund! In Sachsenkamm hatten wir es fast geschafft, bis nach Kloster Reutberg war es nicht mehr weit.
Am großen Parkplatz angekommen, freuten sich alle über die Rast in der Sonne. Alsbald drängte Robin zur Eile, denn er hatte im Auto einiges an Material für einen Geschicklichkeitsparcours mitgebracht. Er war ja bequem und warm im Auto gesessen und konnte es nicht mehr erwarten loszulegen, während die anderen sich entspannt quatschend und rauchend aus ihren diversen Schichten Kleidung befreiten. Tom war zur richtigen Zeit zu Hause losgefahren und traf wenige Minuten nach uns ein!
Robin hatte alles in der Garage zusammengesucht, was man für einen tollen Parcours brauchen konnte. Wie in den fünfziger Jahren gibt es hier Rampen, Bälle, alte Reifen und diversen Stangen und seltsame Rohre. Was alles damit anzufangen ist wurde nach kurzem Aufbau klar:
Ein Vierkantrohr wurde auf zwei Stangen in eine Höhe von etwa anderthalb Metern gelegt und gab eine Durchfahrt von etwas über einem Meter frei. Hier sollte man sich bücken und mit der Vespa darunter hindurch fahren, ohne die nur aufgelegte Stange zu „reißen“. Als nächstes wurde eine Rampe von etwa einem Meter Länge auf den Boden gelegt. Hier wird über einen Keil der Roller ganz gerade über das Brett manövriert. Im nächsten Teil sollte aus einem, in eine Dose einzementiertem senkrechtem Rohr, ein Besenstil heraus genommen werden. In langsamer Vorbeifahrt solle dieser nun durch eine, auf einem Ständer montierte Felge, hindurch gesteckt werden, um ihn anschließend wiederum in ein zweites Rohr abzustellen. In der vierten Aufgabe musste man langsam mit der Vespa in einen alten Reifen hineinfahren und dort für einige Sekunden verharren, um dann wieder herauszufahren. Die drittletzte Aufgabe hatte es in sich! Auf einem einzementierten senkrechten Rohr war eine Pappschachtel platziert, die drei Golfbälle enthielt. Einer musste entnommen werden, ohne dass die Schachtel ihr Gleichgewicht verlor und herunter fiel. Anschließend sollte der Golfball wieder auf ein dünnes Rohr abgelegt werden. Die vorletzte Station durchfuhr man mit dem Vorderrad vor und mit dem Hinterrad hinter dem, am Boden liegenden, Golfball. Wehe dem, der über den Ball fuhr, der rutschte weg! Zum Schluss sollte man noch zwischen zwei Golfbällen hindurch fahren, die sehr eng beieinander lagen.
Das schwierigste am ganzen Parcours ist, dass man nicht mit den Füßen auf den Boden kommen darf. So ging es los. Es gab nur zwei fehlerfreie Runden und zwar von Gerd und Tobi. So musste ein Stechen auf Zeit die Entscheidung bringen. Hier behielt Gerd die Nerven und wiederholte seinen fehlerfreien Lauf von vorhin. Tobi musste diesmal einmal einen Fuß aufsetzen. Somit standen die Platzierungen fest: 3. Tom, 2. Tobi und Gewinner war Gerd! Herzlichen Glückwunsch!
Als wir alles zusammen gepackt hatten und unsere Motorradklamotten in Robins Auto verstaut hatten ging es zur verdienten Mittagspause in Klosterstüberl.
Nach einer gemütlichen Stunde machten wir uns wieder auf den Rückweg. Tom schlug vor, noch bei einem Freund vorbeizufahren, um sich dort einen Alltagsroller für Robert anzuschauen. Walter rutschte noch mit seinem neu lackierten Roller in den Graben und verschrammte sich das Schienbein, die linke Backe der Vespa und brach sich den Kupplungshebel ab. Hoffentlich ist mittlerweile wieder alles O.K.! So schlugen wir alle bei Toms Rollerfreund auf. Er freute sich riesig über unseren Besuch. Und zeigte sogleich die Vespa her. Es war eine wirklich in schönem Zustand erhaltene rote PX 200 der ersten Baureihe. Ob Robert nun den Roller kaufte, weiß ich nicht – ist ja auch seine Sache!
Über Bad Tölz und Dietramszell näherten wir uns wieder München. Die schwarzen Wolken und der aufbauschende Wind verhießen nichts Gutes und so beeilten wir uns heim zu kommen. Kurz vor dem Deiniger Weiher mussten wir nochmal anhalten, da die Radler der Mittagspause gewaltig auf unsere Blasen drückten. Es muss ein lustiger Anblick gewesen sein, wie sich alle Männer in die Büsche schlugen! Nach kurzer Aufwärmpause in der Sonne ging es weiter nach Hause. In den Münchener Vororten trennten sich unsere Wege, da allen kalt war und jeder möglichst auf kürzestem Weg nach Hause wollte!
Es war wie immer ein schöner Ausflug mit Euch! Vielen Dank!
Tobi