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Skitour zur Enzianhütte oder das etwas andere Abrollern

Das traditionelle Abrollern fand dieses Jahr am 12./13. Oktober statt und es war im wahrsten Sinne des Wortes anders als sonst. Georg hatte den Vorschlag gemacht, die übliche Münchner Umland-Ausfahrt ein ganz klein wenig auf den Brennerpass auszuweiten und anstatt Kaffee am Nachmittag gleich einen zünftigen Abend mit Übernachtung auf einer Hütte in den Alpen anzuschließen. Klar, dass da begeisterte Mitstreiter im Club gefunden wurden. Gerade ich, bergsüchtig und fünf Jahre heimat-, an- und abrollerfern, konnte den Termin kaum erwarten.  Der frühzeitige Wintereinbruch mit einem halben Meter Neuschnee und Temperaturen um die Null Grad für das geplante Wochenende sowie zahlreiche Schnupfennasen ließ die Teilnehmerzahl dann jedoch doch rapide sinken und übrig blieben sechs Verrückte, die sich mit langen Unterhosen und Winterjacken bewaffnet auf die Roller schwangen. Tom natürlich trotzdem mit Halbschale. Stil muss sein. Los ging‘s mit der üblichen Anfangszeremonie „Wir treffen uns pünktlich und vollgetankt“, obwohl Tobi aus gutem Grund gar nicht mit von der Partie war. Herzlichste Glückwünsche an diesem Punkt an den frisch gebackenen Vater. Treffpunkt neun Uhr an der Aral. Ankunft Kelle 9.33 Uhr. Sonja 9.35 Uhr. Ankunft Toni gar nicht. Handy aus. Mailbox. Nach weiteren 30 Minuten Warten ging’s schließlich um Viertel nach 10 Uhr endlich los in Richtung Tegernsee. Bei frostigen, aber sonnigen Temperaturen und einem überzuckerten Umland erwartete uns Tom zusammen mit Georg mit Kaffee, Tee und Croissants zu einem ersten Zwischenstopp in seinem Domizil (die Garage). Eine weitere Stunde und einige Kippen später fuhren wir vollzählig und ohne Zwischenfälle los zum Aachensee und weiter nach Matrei. Auch ohne Clubbanner stark und unbesiegbar.

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Kurz vor Italien endlich der langersehnte ersten Bierzwischenstopp. Wie man uns kennt, hätte der ein oder andere auch sitzen bleiben können, aber die Frau quängelte, dass sie weiterwolle…… Mittlerweile waren wir auch schon gute fünf Stunden unterwegs, aber die eigentliche Reise sollte erst beginnen. Kurz nach der italienischen Grenze ging‘s von der Hauptstraße ab auf eine Teerstraße in Richtung Enzianhütte. Wir hatten erwartet, dass diese auch bei winterlichen Temperaturen in jedem Fall befahrbar war und wir voraussichtlich nur das letzte Stück zu Fuß gehen mussten. Die Teerstraße sah jedoch folgendermaßen aus.

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Und endete manchmal so:

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Oder so:

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Klar, dass Sonja wieder nen Vollabraucher fabrizierte. Man muss ja seinem Ruf treu bleiben. Aber das Schaltrohr abzubrechen war dann schon wieder etwas übertrieben.

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Also wurde die GL erst mal zwischengeparkt, auseinandergebaut und weiter ging’s mit fünf Kisten. Davor noch ein kurzer Anruf auf der Hütte, ob es vielleicht zufällig ein Schweißgerät gäbe……. Braucht man ja auch auf 2000 Meter Höhe. Aber Helmut war unter der Dusche und die Hüttenwirtin wusste über die handwerkliche Ausrüstung nicht Bescheid. Egal, wenigstens wusste sie jetzt, dass wir wirklich kommen würden.  Nach einigen Kurven und Schlitterstürzen weiter, war dann aber auch für die restlichen Roller Schluss und die Teerstraße auch zu Ende. Wir schnallten ab und beschlossen zu Fuß weiterzugehen. Mittlerweile fing es bereits an dunkel zu werden und wir hätten eigentlich nur noch einen Fußweg von ca. 15 Minuten vor uns gehabt. Wenn man aber bis über die Knie im Schnee versinkt, kann man schon auch mal eine Stunde länger brauchen. Krasser Scheiß. Spuren ist echt schweißtreibend, wir alle nicht die Fittesten und so kämpften wir uns weiter nach oben. Denn wir hatten ein Ziel. Die Enzianhütte, die wir alle wohlbehütet um 19.30 Uhr erreichten. Ein bisschen froh waren wir aber schon, dass wir heil angekommen waren. Nach dem Begrüßungsschnaps und einer kurzer Orientierung in der Hütte (und der Frage nach einem Schweißgerät, die unglaublicherweise mit ja beantwortet wurde) gingen wir schnell zum gemütlichen Teil des Abends über. Wir wurden fein verköstigt und leerten Bier-, Wein- und Schnapsflaschen. Wie immer nicht zu knapp…… Unterbrochen wurde die Idylle nur von einem Klimmzugkontest von Sonja und Robert, der leider damit endete, dass Robert den Türstock rausriss. Und natürlich von der phänomenalen Ankunft von Toni. Der Hund hatte sich tatsächlich in der Dunkelheit alleine hochgequält. Unglaublich. Wir waren alle schwer beeindruckt und damit zu siebt. Tja, der Abend endete eher unspektakulär wie er enden musste. Einige hielten sich zum Schluss im Stehen an der Weinflasche fest, andere schliefen am Tisch ein, wieder andere waren nach ihrem Klogang nicht mehr gesehen oder stolperten auf dem Weg dorthin. Das Bettlager wurde gemeinsam bezogen und wir genossen es alle, auf einer richtigen Hütte zu sein. Am nächsten Morgen nach dem Frühstück starteten Tom und Robert eine unglaubliche Wir-retten-Sonjas-Roller-Zusammenschweiß-Aktion, die trotz einer großen Skepsis von Kelle auch noch mit großem Erfolg und Zufriedenheit gekrönt war. Der Abstieg ging schneller als der Aufstieg, obwohl wir immer noch mit einem halben Meter Neuschnee zu kämpfen hatten und die Spuren vom Vorabend verwischt waren. Doch wir waren beschwingt von einem tollen. Die Teerstraße war nun immerhin befahrbar als und wir konnten im wahrsten Sinne des Wortes ganz gut abrollern. Toni stieg schnell ins Auto, Sonjas GL wurde wieder zusammengeflickt (tausend Dank nochmals, Jungs), die Kupplung von Walters PX schnell gerichtet und weiter fuhren wir bei wunderschönem strahlenden Winterwetter zurück Richtung Heimat über Innsbruck und den Brennerpass. Natürlich mit Burger- und Radlerzwischenstopp und Blick auf die Berge. Und dem nächsten Abraucher. Kelles unkaputtbare T5 klemmte. Mehr als einmal. Wir und Kelle konnten es kaum glauben. Vor Wolfratshausen, nachdem wir uns hinter Kochel von Tom und Georg verabschiedet hatten (Walter war schon davor Richtung Ferienhütte von dannen gezogen), fast unwiderrufbar. Nachdem aber Abschleppen mit einem Seil in der Hand auch keine Lösung ist, vor allem nicht bergauf, konnte Kelle sie doch noch ein letztes Mal zur Weiterfahrt überreden. Um halb zehn Uhr abends waren wir glücklich über die Ereignisse des Wochenendes wieder daheim und ich kann nur sagen, das war das schönste Willkommensgeschenk, das ihr mir machen konntet. Mit dem Roller und einer unübertreffbaren Crew in die Alpen bei Neuschnee, sowas gibt es nur bei uns.

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Sonja

 

2 Antworten auf Skitour zur Enzianhütte

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