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Fladungen 2013

Fladungen Classics 2013

Wie war der eigentlich – dieser Ausflug in die Rhön?

Weiß denn überhaupt jemand, was die Rhön überhaupt ist oder wo sie liegt?

Gut, fangen wir einfach mal ganz von vorne an:

Frei nach Wikipedia hier die Erklärung:

Die Rhön ist ein gut 1.500 km² großes Mittelgebirge im Grenzgebiet der deutschen Länder Bayern, Hessen und Thüringen. Der Großteil seines Kerngebietes, in Bayern jedoch auch Teile seiner nichtvulkanischen, südlichen Abdachung, liegen im rund 1.850 km² großen Biosphärenreservat Rhön. Das Gebirge im äußersten Südosten des Osthessischen Berglandes ist überwiegend vulkanischen Ursprungs. Der höchste Berg der Rhön ist die im hessischen Bereich liegende Wasserkuppe (950,2 m). In der Rhön befinden sich mehrere Skigebiete.

Der Name Rhön wird oft vom keltischen raino (= hügelig)  abgeleitet, jedoch sind auch zahlreiche weitere Interpretationen möglich. Mittelalterliche Aufzeichnungen Fuldaer Mönche bezeichnen die

Umgebung von Fulda und somit auch weite Teile der Rhön als Buchonia,  Land der Buchenurwälder. Im Mittelalter war die Buche ein wichtiger Rohstofflieferant. Durch großflächige Rodungen entstand das „Land der offenen Fernen“ mit heute etwa 30 % Waldbestand.

 

In Mitte dieser wunderschönen Landschaft liegt ein Städtchen, das sich Fladungen nennt.

 

Der staatlich anerkannte Erholungsort ist die nördlichste Stadt Bayerns.

Die Altstadt ist noch weitgehend mit einer Stadtmauer aus dem Jahr 1335 in ihrer ursprünglichen Höhe umgeben. Die Stadtmauer wurde damals mit 5 Türmen und 16 Reitertürmchen erbaut. Alle Türme in der Stadtmauer und die Reitertürmchen auf der Mauerkrone sind erhalten geblieben. Die

Altstadt hat viele Fachwerkbauten, unter anderem das ehemalige Pfründnerspital. In der Altstadt steht auch das Fürstbischöfliche Würzburgische Amtshaus und die katholische Stadtpfarrkirche Sankt Kilian.

 

In Fladungen wird jedes Jahr ein Event veranstaltet, bei dem die 50er und 60er Jahre Thema sind. Da die Altstadt mit ihren Gässchen und der Stadtmauer erhalten sind, lässt sich die Stadt wunderbar in eine Kulisse verwandeln, die den Besucher plötzlich um 50 Jahre in die Vergangenheit katapultiert.

Als wir vor 3 Jahren zum ersten Mal eingeladen wurden, die Vespa Akrobatik am Fladunger Stadtplatz vorzuführen waren wir fasziniert von dem Treiben in den Gassen

Zwei Jahre später wurden wir erneut eingeladen. Natürlich folgten wir dieser Einladung ohne zu zögern. Im Club hatten wir schon viel erzählt, wie es hier zugeht und so waren viele interessiert, gar infiziert, mal dabei zu sein.

Robin organisierte, dass wir auf dem improvisierten Campingplatz, eigentlich ein Fußballplatz, Stellplätze für uns bekommen. Teil unserer Gage war, dass wir hier kostenlos zelten durften.

Nur Andi, Andrea und Joni sowie Robert übernachteten in konventionellen Zelten. Der Rest des Clubs, schlappe 20 Personen, bauten eine Burg aus VW Bussen. Ja, ihr hört, äh lest, richtig, aus VW Bussen. Die Vespa Oldtimerfreunde gehen fremd und verreisen nun mit VW Bussen und nicht mehr mit der Vespa, was so auch nicht ganz stimmt. In nahezu jedem Fahrzeug war irgendetwas verstaut, das mit Vespa oder Vespa Akrobatik zu tun hat.

So kam es, dass Willi und Bine mit den Zwillingen Luise und Josephine an ihren Bus einen Pferdeanhänger machten, um darin alles zu transportieren, was wir nur gebrauchen konnten. Vespas, Sprungschanze, Biergarnituren, Kinderplanschbecken, schon aufgeblasen versteht sich, Sonnenstühle, Bier.

 

Viele von uns machten sich schon Tage vor dem eigentlichen Treffen daran, ihre Fahrzeuge zu beladen und alles einzupacken

Tom schaffte es tatsächlich in und an seinem VW-Bus 3 Roller und seine ganze Familie (3 Kinder und die Manuela) samt Campinggepäck sowie Griller und Kaffeemaschine unterzubringen! Wahnsinn!

 

Willi und ich trafen uns dann am Freitagnachmittag auf einem Pendlerparkplatz in der Nähe von Fladungen. Dort nach großem Hallo gab erst mal Auslauf für die Kleinen und einen selbst gekochten Kaffee für uns. Nach dieser Stärkung gondelten wir Richtung Fladungen auf kleinen verschlungenen Landstraßen, durch verschlafene Dörfer des Biosphärenreservates Rhön.

Schließlich angekommen suchten wir einen Platz, der für uns alle reichen sollte. Natürlich musste ein Stromanschluss in der Nähe sein, schließlich wollten wir kaltes Bier trinken. Das Wetter war entsprechend – wenn Engel reisen! Wir hatten 30°C und super Sonnenschein, toll einfach nur. Der Campingplatz war direkt am Freibad und wir fanden schnell einen großen freien Platz in der Mitte der Fußballwiese, wo wir uns ausbreiteten. Schnell war Strom gelegt und die Liegestühle ausgepackt – das erste Bier hatten wir gleich nach der Ankunft geöffnet!

Gemütlich zündeten wir den Grill an und holten Wasser für das Kinderplanschbecken.

Als dann so nach und nach die anderen alle eintrafen staunten wir nicht schlecht. Den Vogel schoss allerdings wirklich der Tom ab. Der Bus platzte aus allen Nähten und wir konnten es nicht glauben, was die noch alles auspackten. Roller, Menschen, Taschen, sogar an entsprechende 50ger Jahre Kleidung und Kleidchen wurde gedacht. Krass kann man nur sagen. So kam es, dass wir nach und nach sechs VW-Busse im Kreis aufstellten und in der Mitte mit den Bierbänken, Sonnensegeln und Sonnenschirmen eine lange Tafel errichteten.

 

Bei gemütlichem Grillgut und vielen Biers aus diversen Kühlschränken der Busse und elektrischen Kühltaschen wurde uns der Abend bald viel zu kurz, da wir ja am nächsten Morgen Akrobatik vorzubereiten hatten. Von den Nachbarn am Campingplatz wurden wir schon etwas schräg angeschaut, was diese Truppe da alles mit hat. So kamen wir in viele Gespräche über die alten Roller und natürlich auch über die Fahrzeuge der Anderen.

 

Am nächsten Morgen – es war noch nicht hell, glaube ich – stand Robin schon auf der Matte. Er, Andrea, Joni und Peter Lohrer waren geschätzt um drei Uhr in München losgefahren um zu uns zu stoßen. Mit noch Schlaf in den Augen krochen wir aus unseren gemütlichen Betten und richteten das Frühstück in der warmen Julisonne! Irgendwer besorgte frische Semmeln. So fand der gemütliche Abend eine Fortsetzung am Morgen, der sich bis weit in der Vormittag hinzog. Robin wurde immer nervöser, denn wir sollten ja noch üben und die Show planen – wie immer.

So zogen wir uns auf einen Feldweg zurück und probierten einige Kombinationen, auch die Kinder durften dabei sein. Dann meldeten wir uns beim Veranstalter, dass wir da sind und erfragten wann wir genau aufzutreten hatten. Zurück am Platz baten wir einen älteren Herrn, der von uns so begeistert war, unsere ganze Ausrüstung mit seinem Unimog in die Stadt zu transportieren. Der war Feuer und Flamme, dass er sein uraltes Gefährt mal so einsetzen konnte, dass es etwas nützte.

 

Da wir bis zu unserem Auftritt noch Zeit hatten, machten wir uns auf zu einem Streifzug durch die Stadt.

Faszinierend kann man da nur sagen. Ich nehm Euch einfach mal mit:

Am Stadtplatz war eine Bühne aus rohen Balken zusammengezimmert, auf der eine Band Musik im Stile der 50ger Jahre machte, wie man sie aus den Heinz Erhardt Filmen kennt. Daneben gab es eine Bar und einige Fressstände. Auf der Straße waren ausschließlich alte Autos und alte Motorräder geparkt. Einmal um die Ecke bog man ein in eine kleine Straße, die vollgestellt war mit Flohmarkständen, die allerlei Krimskrams und Nippes aus vergangener Zeit feilboten. Von Anzügen und Petticoats, alten Autoteilen und Schallplatten, Haarreifen und Hüten, Dekoartikeln und Nierentischen, Blechschildern und alten Zeitschriften war hier alles zu haben, was das Herz höher schlagen lässt. In den offenen Hinterhöfen der schön restaurierten Fachwerkhäuser verbargen sich so manches Café und Bar. In einer alten Scheune versteckte sich ein Kinosaal, in dem ein alter Schwarz-Weiß-Film durch einen ratternden Filmprojektor lief. Am faszinierendsten fand ich aber nicht den alten Plunder, sondern die Gästen des. Manche hatten sich als Offizier der amerikanischen Armee verkleidet und hatten auch noch ihre Braut im passenden Kleidchen bei sich. Andere wiederum liefen in heruntergekommen Monteurs- oder Bauernkleidern herum. Die meisten waren aber schick gekleidet. Immer im Kleid die Frauen und im Anzug die Männer. Mit sauber herausgeputzten Schuhen und Krawatten. Die Damen mit verführerisch rotem Lippenstift, passend zu der Farbe ihrer Schuhe. Ein Schaulaufen, das seinesgleichen sucht. Wohlgemerkt, dass in diesem Bereich keine Fahrzeuge zugelassen waren, da diese in den engen Gassen keinen Durchgang gefunden hätten.

Als sich die Gassen etwas weiteten, warteten dort fahrende Händler und Kaufleute auf die Gäste. Hier wurden Blecharbeiten und aller Hand Chemikalien angeboten, die man wohl zum Restaurieren und Erhalten von alten Maschinen und Fahrzeugen mehr als dringend benötigen würde. Uns fiel in diesem Bereich der Stadt ein Gebäude auf, das mit einem Gerüst verstellt war, aber die Arbeiten an besagtem Haus schienen bereits abgeschlossen zu sein, und so wunderten wir uns darüber, warum man das Gerüst nicht noch für das Fest entfernt hatte. Das sah doch scheußlich aus. Wir konnten uns keinen Reim darauf machen und zogen weiter.

Bei den hochsommerlichen Temperaturen und der stehenden Luft in den engen Gassen und Hinterhöfen zwang uns der Durst zu einer kleinen Pause an einem Imbissstand. Unter dem glitzernden und klimpernden Riesenrad aus den Dreißigern ließen wir uns unsere Apfelschorle schmecken, bevor wir wieder um eine Hausecke bogen und erneut mit einem Grinsen im Gesicht stehenblieben:

Diese Straße war gesäumt von Fachwerkhäusern und davor ragten kleine originell bepflanzte Vorgärten in die Gasse. Die einzigen Fahrzeuge, die hier hinein durften waren VW-Busse. Auf etwa 100m verteilt standen vier VW T1 Busse. Ihr Zustand dürfte als neuwertig bewertet werden. Wobei neuwertig es nicht ganz trifft, denn die Fahrzeuge waren so schön restauriert, das man mit Fug und Recht behaupten kann, sie waren besser als man sie vor etwa 50 Jahren beim freundlichen VW-Händler erwerben konnte. Einfach wunderschön! Einer gehörte wohl einer Gärtnerei, die aus dem Bulli heraus Blumen und Gemüse verkaufte. Ein Blauer einer Getränkefirma und ein Weiß-Roter Samba Bulli standen auch noch herum. Den Abschluss machte ein Bulli mit Sattelgelenk auf der Ladefläche. Er gehörte wohl einer Dachdeckerfirma, die den passenden Anhänger gleich mit ausstellte.

 

Ein Blick auf die Uhr verriet uns, uns am Treffpunkt für die Akrobatik Show einzufinden. Dort wurden auch schon die Absperrungen ausgebreitet um uns frei Fahrt zu gewährleisten. Die Strecke war die Hauptstraße durch den Ort. Sie führte S-Förmig durch den halben Ort. Die Strecke war gesäumt von Schaulustigen, die sich in mehreren Reihen hintereinander stapelten. Ihre Kinder auf den Schultern. Solch einen Andrang zur Show haben wir selten, gefällt aber. Schon bei der Einführungsrunde wurden wir beklatscht und die Zuschauer hatten eine riesige Freude mit uns. Bei den ersten Nummern sprang unsere Begeisterung für Rollerakrobatik auf das Publikum über und wir fuhren eine Show von etwa 40 Minuten ohne große Fehler. Das Publikum trug uns auf einer Welle der Begeisterung immer wieder hin und her durch Fladungen! Zum Sprung durch den Feuerring kannte die Begeisterung dann kein Halten mehr. Die Leute strömten auf uns zu und bejubelten uns als wären die Beatles aufgetreten! Der Andrang zu Gruppenfotos mit uns hielt etwa eine halbe Stunde an. Glücklicherweise wurden wir von außen immer mit Maß Bier und Radler versorgt. Bei 30°C im Schatten war unser Durst riesig und wir hatten alsbald rote Nasen.

Anschließend zogen wir uns zu unser Burg aus VW-Bussen zurück, um uns zu erholen, zu duschen und uns umzuziehen.

 

Mittlerweile hatte sich bei uns auch schon Hunger eingestellt, dass wir den Grill anheizten. Alle Leute, die auf dem Zeltplatz herumliefen, beglückwünschten uns immer noch zu unserem tollen Auftritt. Da gab es natürlich wieder genügend Gesprächsstoff, um langsam die Sonne zu verabschieden. Wir waren froh, denn es hatte nach Sonnenuntergang nur noch 28°C.  Einige von uns machten sich nach dem Abendessen, Kinderplanschen und Bier trinken noch auf in die Stadt.

Hier war die Stimmung ausgelassen. Die Leute tanzten im Freien, tranken leckere Martinis und andere Cocktails. Das alte Haus mit dem Gerüst gab nun sein Geheimnis preis: Es handelte sich um die Haltekonstruktion für die Leinwand des abendlichen Autokinos. Hier lief „Die drei von der Tankstelle“. Vor der Leinwand standen viele kleine und große Autos. Alle sauber herausgeputzt. Der Filmprojektor ratterte in einem alten Laster und den Ton zum Film konnte man über UKW 88,0MHz im Autoradio empfangen. Es gab einen kleinen Keller mit Gewölbe, in den eine steile Treppe hinab führte. Unten war eine Bar installiert und ein Musikmöbel der 50er. Hier dudelten alte Schlager und es wurden Martinis ausgeschenkt, wohl gemerkt nur Martinis. Sehr gemütlich war das. Einige blieben bis zum Morgengrauen und hielten unsere Fahne hoch.

 

Am nächsten Morgen weckte uns die Sonne und wir waren alle noch ganz müde ob der Martinis! Aber wir hatten ja noch eine Show zu fahren. Bis zum Mittag schlenderten wir durch die Stadt und schauten uns den Oldtimer Campingplatz an. Hier durften nur Fahrzeuge rein, die älter waren als Baujahr 1975. Das müsst ihr einfach selbst gesehen haben:

 

 

In einem Eck an der Stadtmauer war eine Baustelle. Nicht das man denken würde, die wäre da halt, weil das Rathaus gerade renoviert wird. Nein, sie wurde extra angelegt um historische Nutz- und Baufahrzeuge zeigen zu können.

 

Fladungen Classics – toll war’s – und sicher nicht das letzte Mal!

 

Tobi

 

 

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